Was wir konkret in der Coronakrise gelernt haben, oder durch Corona noch mal deutlicher wurde: 

Die Pandemie offenbart eine ungleiche Bewertung von Berufen und Tätigkeiten, welche die Gesellschaft krisenanfällig macht. Das Arbeiten und Lernen ist von zu Hause zwar möglich befindet sich jedoch auf sehr unterschiedlichem Nievau. Es muss sichergestellt sein, das alle die gleichen technischen Voraussetzungen haben (jederzeit ein PC/Laptop und Internet Verfügbarkeit ).Hier ist noch viel zu tun, um die perfekten Voraussetzungen in technischer und inhaltlicher Hinsicht sicherzustellen und eine Chancengleichheit zu gewährleisten. Dabei können und sollten Wirtschaft, Behörden und Stiftungen/ Initiativen sich gegenseitig unterstützen.  

Die Jugendlichen sollten optimaler Weise da abgeholt werden, wo sie sich eh schon auffalten über Youtube, Podcasts u.a. Streaming-Plattformen.  Onlineunterreicht funktioniert dann, wenn er auf die Bedürfnisse der Kinder /Jugendlichen ausgelegt ist und sie immer wieder zum Lernen ermuntert. Es muss aber nicht alles digital sein. Einiges geht auch nicht, z.B. Vorlesen üben. Hier müssen andere Wege gefunden werden, wie kleine Lerngruppen an der frischen Luft. 

Lerninhalte vom persönlichen auf digitale Formate zu übertragen ist eine Herausforderung für viele Lehrkräfte, Schüler und Eltern. Stichwort “Selbstorganiesertes Lernen”. Wie erarbeitet man sich selber Lerninhalte, wie überprüft man sich und wie kann man sich selber verbessern?! Inhalte müssen auf neue Formate (digital) angepasst werden, Tools erlernt/ kennengelernt werden.  

Es müssen neue Routinen für den Tagesablauf entwickelt werden, die durch den Wegfall vom Schulalltag entstanden sind.   (Digitale Lernzeiten, Klassen Chat) Es ist wichtig gerade jetzt im Kontakt zu bleiben. Da es ansonsten zur “Isolation” führen kann. Wir brauchen soziale Kontakte. Bezugspersonen mit denen wir uns über unsere Ängste und Sorgen austauschen können.  

Was ist HANz!

Das Hamburger Ausbildungs-Netzwerk (HANz!) ist eine Initiative, die Jugendliche mit schwierigen Startvoraussetzungen bei ihrem Eintritt ins Berufsleben unterstützt und fördert.

Die Initiative schafft Verbindungen zwischen Jugendlichen und Betrieben. Wir, die beteiligten Unternehmen, arbeiten zusammen mit den Trägern (JBA Jugendberufsagentur, HIBB Hamburger Institut für berufliche Bildung, Handelskammer, Handwerkskammer). Die Teilnahme als Unternehmen in HANz! ist kostenfrei.

Das Modell basiert auf einer gemeinsa­men Beratung und Begleitung der Schüler des ersten allgemeinbildenen Schulabschlusses ESA (ehemals Hauptschulabgänger) durch Lehrer, Berufsberater, Per­sonalfachleuten sowie Ausbildern aus Unternehmen. Sie ermitteln in engem Austausch die Interessen und Stär­ken der Schüler, beraten bei der Berufswahl und unterstützen die Schüler intensiv bei der Su­che nach einem geeigneten Ausbildungsplatz.

Das Netzwerk der Personal- und Ausbildungsverantwortlichen trifft sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch, die Termine werden auf der HANz!-Webseite bekanntgegeben. Wir wollen unsere Energien bündeln, mit systematischem Ansatz Prozesse beschleunigen und für mehr Transparenz im Thema „Übergang Schule Beruf“ sorgen.

schaubild_hanz

UNSERE ZIELE

  • Berufsorientierung an Schulen verbessern
  • Erhöhung der Übergänge in ungeförderte betriebliche Ausbildungsplätze im Anschluss an den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (Hauptschulabschluss)

Gemeinsam suchen wir nach Lösungen,

  • damit Jugendliche sich ernst genommen fühlen und eine faire Chance erhalten,
  • damit Unternehmen motivierte Auszubildende finden, die ihren Arbeitsalltag meistern können und
  • damit Schulen erfahren, welche Bedürfnisse und Erwartungen Unternehmen an ihre Auszubildenden stellen.

UNSERE ZIELGRUPPE

Marktbenachteiligte Hamburger Schüler/innen mit chancenreduziertem Weg in die Ausbildung:

  • Schüler/innen, die den erster allgemeinbildender Schulabschluss (ESA) erreicht haben
  • Schüler/innen, die den Mittleren Schulabschluss (MSA) mit schlechten Noten erreicht haben
  • „Altbewerber/innen“

Warum funktioniert das Hamburger Modell?

  • Konzentration auf Stärken, Interessen, Leistungsmotivation der Jugendlichen und nicht ausschließlich auf Zeugnisnoten
  • Enge Zusammenarbeit zwischen Schule, Arbeitsagentur und Unternehmen
  • Straffe Organisation der Abläufe
  • Transparenz und Eindeutigkeit
  • Kontinuierliche Begleitung im Abschlussjahr
  • Ermutigung und Anstöße
  • Stärkung der Eigeninitiative

Die Beteiligten

  • ca. 3.200 Schüler jährlich
  • Hamburger Unternehmen
  • 85 Schulstandorte
  • Hamburger Senat
  • Jugendberufsagentur

Wichtige Ansprechpartner

Die „Servicestelle BOSO: Berufs- und Studienorientierung für Hamburg“ ist für die Koordinierung und Umsetzung von Maßnahmen der vertieften Berufsorientierung an Stadtteilschulen und Gymnasien in Abstimmung mit der Jugendberufsagentur zuständig.

Servicestelle BOSO
Berufs- und Studienorientierung für Hamburg
Hamburger Straße 205
22083 Hamburg
servicestelle-boso@hibb.hamburg.de
servicestelle-boso.de

Erfolge/ Auszeichnungen

  • 2005 Carl-Bertelsmann Preis
  • Seit 2008 wird die Arbeitsstiftung Hamburg zusätzlich von der Private Equity Foundation aus London unterstützt, um das Modell in anderen Regionen zu verankern
  • 2009 Förderpreis des Goinger Kreises, ein Forum für Personalverantwortliche großer Unternehmen
0